15. März 2017

Mythos Handwerk - Editorial

Was uns zu dieser griffig & glatt - Ausgabe bewegt hat.

Liebe Leserin, lieber Leser!

Als Bäcker sind wir eigentlich täglich mit dem Begriff Handwerk konfrontiert, gemeint ist aber meistens die Frage nach Handarbeit. Ist die Semmel, die mit der Hand gemacht wird, besser als die von der Maschine? Ist der Einsatz von Maschinen gut oder schlecht?

Die Antwort ist nicht ja oder nein, nicht schwarz oder weiß. Weil uns dieses Thema nicht egal ist, spüren wir in dieser Ausgabe von „griffig & glatt“ dem Begriff Handwerk hinterher. Wir beziehen Stellung zum Thema und zeigen, was wir darüber denken. Tobias Müller inszeniert die Hand an sich, Janina Loh beschäftigt sich mit der Frage, wie Arbeit in Zukunft überhaupt ausschauen könnte, Thomas Götzinger stellt eine Geigenbauerin und deren Handwerk vor, Michael Knoll erzählt die Geschichte des Laurenzio-Weckens Bio, bei dem ohne Hände gar nichts gehen würde, und im Feierabend-Gespräch spricht Marianne Götzinger mit Tina Zickler, der Kuratorin der Ausstellung zum Thema Handwerk im MAK, über den Begriff und dessen Bedeutung.

Zu guter Letzt zeigt Thomas Weber, welchen Stellenwert und welche Bedeutung Handwerk und Handarbeit in der Fleischindustrie hat. Als Bonus gibt es passend zu Ostern das Rezept für unsere Osterpinze und eine fotografische Reise durch die Welt des Wiener-Würstelstand-Handwerks. Wir hoffen, mit dieser Ausgabe ein wenig Einblick in die Welt des Handwerks zu geben. Und in die Werte, die (womöglich) dahinterstehen. Weil dieser Begriff in vieler Munde ist, aber nicht immer richtig eingesetzt wird. Das Backen ist unser Handwerk und wir sind sehr stolz darauf. Groß bedeutet nicht automatisch Industrie, klein nicht automatisch Handarbeit.

Der Beruf und das Handwerk entwickeln sich weiter, Innovationen sind bei uns willkommen und dort, wo sie die Qualität steigern, setzen wir sie ein. Sie würden wahrscheinlich trotzdem nicht glauben, wie viele Hände daran beteiligt sind, unsere Brote, Kipferln, Croissants und sonstige Gebäcke zu backen, und manche Dinge werden wir ganz sicher immer per Hand machen.

Weil wir’s können und weil wir’s wollen.

Ihr Philipp Ströck