06. Oktober 2017

Bio – gibt’s da überhaupt Zweifel?

Der bewusste, an der Herkunft von Lebensmitteln interessierte Mensch weiß: Der Boden, aus dem unsere Lebensmittel kommen, ist wie eine Bank. Um etwas vom Boden zu bekommen, muss man ihm etwas geben, ihn gut behandeln. Biologische Landwirtschaft ist schon lange kein Trend mehr, sie wird immer wichtiger.

Bio ist kein Allheilmittel und ist mittlerweile selbst zu einer Industrie geworden, obwohl sie einst ein Kontrapunkt zur Lebensmittelindustrie sein wollte. Bio allein ist nicht genug, aber Bio ist ein großer Schritt in Richtung einer Lebensmittelerzeugung, die die Natur wieder Natur sein lässt und sie nicht verdrängt. Die Rückbesinnung auf eine Landwirtschaft, wie es sie in unseren Breitengraden schon mal gab, wird immer populärer. Immer mehr versuchen, im Einklang mit der Natur Lebensmittel zu produzieren, die einerseits wirklich nachhaltig sind (und das bedeutet vor allem, das Erdreich nicht auszulaugen) und andererseits praktischerweise auch nach etwas schmecken.

Als Lebensmittelhersteller und Unternehmer sind wir täglich mit der Frage konfrontiert, wie wir mit dem Themen Bio und Rohstoffen umgehen. Wir sind in unseren Entscheidungen nicht nur von Einflüssen auf die Umwelt abhängig, sondern müssen auch wirtschaftlich nachhaltig denken, als Unternehmen trägt man auch eine soziale Verantwortung. Wenn wir Produkte anbieten, die niemand kauft, ist niemandem geholfen. Das Umdenken in Richtung einer besseren Art, Lebensmittel zu erzeugen, kann nicht nur in der Verantwortung der Unternehmen liegen.

Dieses Umdenken beginnt mit Bio, aber hört dort nicht auf. Wie mal ein kluger Mensch gesagt hat: Das Leben ist ein Marathon und kein Sprint. Für jeden Marathon muss man den ersten Schritt setzen, so wie es Ströck vor 20 Jahren getan hat. Es wäre an der Zeit, das Tempo zu erhöhen, wir alle, KundInnen, Unternehmen und Politik müssen verstehen, dass wir einiges anders machen müssen, als in den letzten Jahrzehnten, denn wir sind noch lange nicht am Ziel.

In dieser Ausgabe von „griffig & glatt“ gehen wir der Frage nach, wie wir als Unternehmen mit Bio umgehen, im Feierabendgespräch sprechen ExpertInnen darüber, wie Ökologie und Ökonomie über ihren gemeinsamen Wortstamm hinaus miteinander verknüpft sind. Wir schauen ins Waldviertel, wo auf unübliche und faszinierende Weise Gemüse angebaut wird, außerdem sehen wir uns an, welchen Stand die Landwirtschaft in unserer Gesellschaft hat. Wir gehen der Frage nach, was es mit (Bio-)Palmöl auf sich hat, und wir bringen Licht in den Kennzeichnungsdschungel in Sachen Bio. Und zu guter Letzt fragen wir uns, was der Aufwand um Bio und Co. für einen Sinn hat, wenn wir ihn mit Verpackungen kaputt machen.

Wir wünschen viel Lesevergnügen!

Ihr Philipp Ströck